Hochsaison am Futterhaus

Tannenmeise am Futterhaus, Foto: Andreas Hofmann

 

"Als das Füttern wildlebender Vögel bei uns vor mehr als 200 Jahren gebräuchlich wurde, war es eigentlich unnötig. Vielleicht entwickelte es sich seinerzeit als Ausdruck einer gewissen Barmherzigkeit oder auch schlechten Gewissens, wenn man etwa im Winter allzu aufdringliche Spatzen vom Hühnerhof verjagte und damit in den Hunger trieb. Dabei hatten damals die meisten Vögel in noch weitgehend natürlichen Lebensräumen voller Insekten, mit Samen tragenden Kräutern und Stauden und reich mit Beeren behangenen Büschen überall ihr Auskommen. [...] Das traf auch noch überwiegend zu, als das Füttern um 1900 allmählich volkstümlich wurde. [...] Ab den 1960er-Jahren hat das Zufüttern wildlebender Vögel einen ganz neuen Stellenwert bekommen: Es ist inzwischen - wie gezeigt wird - für viele Arten und Individuen absolut notwendige Überlebenshilfe geworden, wenn wir zumindest Restbestände vieler Vogelarten erhalten wollen."

 

                                                       Prof. Dr. Peter Berthold

                                                       aus seinem Buch "Vögel füttern-aber richtig"

 

 

 




Winter- oder Ganzjahresfütterung?
Mit diesen Worten führt uns Prof. Berthold eindringlich vor Augen, das die Fütterung von Wildvögeln mittlerweile mehr ist als nur eine nette Möglichkeit, sich eine bunte Vogelschar in den Garten zu holen. Viele Jahre wurde besonders die Ganzjahresfütterung stark kritisiert. Mittlerweile hat sich dies, nicht zuletzt Dank der Forschungen von Prof. Dr. Berthold und den Mitarbeitern der Vogelwarte Radolfzell, geändert. Unsere Landschaft ist leergeräumt, die Insekten verschwinden dramatisch. Und mit ihnen die Vögel, denn die zum Überleben notwendige Biomasse, egal ob tierisch oder pflanzlich, gibt es nicht mehr.

Kohlmeise, Foto: Andreas Hofmann

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• Oberstes Gebot am Futterplatz ist Hygiene. Daher Futter möglichst nicht auf den Boden streuen, damit es nicht nass wird.


• Wenn eine tägliche Reinigung nicht möglich ist, sollte auf das klassische Futterhäuschen verzichtet werden. Die Vögel sitzen dort direkt im Futter und können dies natürlich mit ihrem Kot verschmutzen. Besser sind handelsübliche Futterautomaten bei denen die Vögel nicht direkt mit dem Futter in Berührung kommen, sondern die Körner nur herauspicken können. Auch Meisenknödel sind in Ordnung


• Die Futterstelle sollte so angebracht werden, dass die Vögel nicht von Hunden oder Katzen überrascht werden können. Auch ein ausreichender Abstand zu Glasscheiben sollte gewahrt bleiben.


• Folgende Produkte können die Vögel extrem schädigen und sind daher an der Fütterung tabu: Salzhaltige Speisereste wie Wurst, Speck, Schinken oder Käse, gesalzene Erdnüsse, gekochte Kartoffeln, Brot, Kuchenkrümel, Margarine oder Butter.


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Ein Gemisch aus ölhaltigen Sonnenblumenkernen und Hanfsaat, angereichert mit Hirse, Lein-, Mohn-, Distel- und weiteren Samen, getrockneten Beeren und zerkleinerten Haselnüssen ist ideal für Körnerfresser wie z.B. Gimpel, Kernbeißer, Grün-, Buch- und Bergfink, Sperlinge, Bluthänfling oder Zeisige

Beliebt ist auch ein Gemisch aus Rindertalg (ungesalzen) und Weizenkleie im

Verhältnis 2:1. Es können auch noch diverse Sämereien dazu gegeben werden. Mit Sonnenblumenkernen und Hanf freuen sich z.B. Kleiber und Meisen über das Fettfutter, welches in Blumentöpfe gegossen in den Bäumen aufgehängt wird. Für Weichfresser wie Zaunkönig, Wintergoldhähnchen oder Baumläufer können Mohn und Hirse zugegeben werden. Die schüchternen Weichfresser lieben übrigens Futterstellen in Bodennähe.

Allesfresser wie Amsel, Rotkehlchen, Wacholder- und Singdrossel nehmen gerne Obst (ganze Früchte) wie Apfel und Birne, zerquetschte Hanf- oder Weizenkörner sowie Früchte und Beeren von heimischen Wildsträuchern.

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