Die auch als Bergwohlverleih bekannte Arnika ist eine bis zu 60 cm groß werdende, gelb blühende Blume aus der Familie der Korbblütler.

 

Der von Mai bis August erscheinende Blütenstand besitzt mittige Röhrenblüten und am Rand angeordnete Zungenblüten. Die Grundblätter bilden eine bodennahe Rosette während der Stängel bis zu 3 gegenständige Blattpaare aufweisen kann.

Die Arnika besiedelt saure, magere Bergwiesen, Borstgrasrasen und trockenere Bereiche von Moorgebieten.

Bei uns im Fichtelgebirge ist die Arnika eine typische Pflanze der montanen, stickstoffarmen Wiesenflora.

 

Die Verbreitungssituation des Bergwohlverleihs (Arnica montana) im Fichtelgebirge ist derzeit wohl als dramatisch anzusehen. Es ist eine starke Abnahme der Bestände zu verzeichnen.

Ein wesentlicher Grund ist wohl die zunehmende Vergrasung und Vermoosung geeigneter Standorte - vornehmlich durch die Intensivierung und Veränderung in der Landwirtschaft. Aber auch die Stickstoffeinträge durch die Luft sowie die Aufgabe unrentabler Flächen und die damit einhergehende fehlende Mahd spielen hier eine große Rolle.  Die konkurrenzschwache Arnika ist diesem Druck nicht gewachsen und wird zunehmend verdrängt.

 

Aus diesem Grund haben sich die NaturFreunde Kirchenlamitz entschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Fichtelgebirge arterhaltende Maßnahmen auf zwei geeigneten Biotopflächen, welche von den NaturFreunden betreut werden, durchzuführen.

 

Die Maßnahmen gliedern sich in drei Bereiche auf:

 

Vergrößerung der Wuchsfläche in bestehenden
Beständen durch Zurückdrängen der Vergrasung.

Die Maßnahmen bestehen hier im Wesentlichen
aus einer bodennahen Pflegemahd mit intensiven Recharbeiten, um die Grasnarbe
bewusst aufzureissen. Ergänzt wird dies durch gezieltes Abtragen von Grasoden
um die bestehenden Bestände herum. Dies geschieht derzeit sowohl auf der Fläche
am Lohweiher als auch im Pflegebereich Sechsämterradweg.

 

Ausbringen von autochthonem Samenmaterial
auf den Flächen

Am Lohweiher konnten wir in die entstandenen Freibereiche Samenmaterial von anderen Beständen aus der Region einbringen. Dies gewährt eine genetische Auffrischung der vorhandenen Population.

 

Gezielte Anzucht unter gärtnerischen
Kulturbedingungen

Ein Teil des einheimischen Samenmaterials wurde zur Anzucht unter gezielten Kulturbedingungen verwendet. Nach einer Vorkühlphase wurde der in Anzuchtkisten ausgebrachte Samen unter gleichmäßiger Wärme im Gewächshaus angetrieben. Die aufgegangene Saat wurde in Kartonpresstöpfe pikiert und Mitte Mai im Freien abgehärtet, bevor die Pflänzchen anschließend auf der Biotopfläche am Sechsämterradweg ausgepflanzt wurden.

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