Kirchliche Untermieter

Unser Turmfalkenpärchen (Falco tinnunculus) -links Männchen, rechts Weibchen-bei der Inspektion des Brutkastens, Foto: Andreas Hofmann

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist ein eher kleinerer Greifvogel unserer Heimat. Männchen erreichen eine Länge von ca. 34,5 cm, die Weibchen sind mit ca. 36 cm etwas größer. Das Markenzeichen des Turmfalken ist der sogenannte Rüttelflug. Durch schnelle Flügelschläge und mit aufgefächertem Schwanz steht er regelrecht in der Luft und späht nach Beutetieren wie Mäusen, kleinen Reptilien und auch Insekten. Hat er etwas entdeckt stößt er zielsicher nach unten. Turmfalken sind im Gegensatz zum vom Aussterben bedrohten Wanderfalken keine ganz seltenen Vögel und man kann sie noch sehr häufig v.a. an Straßenrändern beobachten. Dennoch gehen die Bestandszahlen langsam, aber stetig zurück. Auch wenn er nicht auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht und die Bestände in manchen Regionen stabil geblieben sind, hat die Zahl der Turmfalken in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen.

Der Turm der evang. Michaeliskirche in Kirchenlamitz
Anbringen des Nistkastens

Man sollte solche Warnzeichen frühzeitig ernstnehmen und nicht erst mit Hilfsmaßnahmen beginnen, wenn eine Art schon stark bedroht ist. Dies hat die Fachgruppe Natur - und Umweltschutz getan und in Absprache und Zusammenarbeit mit der evang. Kirchengemeinde in luftiger Höhe am Turm der Michaeliskirche einen Brutkasten für Turmfalken errichtet. Da Freiflächen an den Rändern der Ortschaften immer mehr durch Baumaßnahmen versiegelt und Nistplätze an Gebäuden bei Renovierungsarbeiten häufig verschlossen werden ist dies eine Möglichkeit, den Tieren neue Brutmöglichkeiten anzubieten. Begleitet wird diese Maßnahme natürlich mit der entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit, welche die Bevölkerung über diese Tiere und deren Ansprüche aufklären soll.

Neugierig schaut der Nachwuchs ins Land

Und das Projekt ist erfolgreich. Der Kirchturm der evang. Michaeliskirche ist fest in der Hand der Turmfalken. Um den Brutverlauf genauer dokumentieren zu können, wurde in der zweiten Saison eine kleine Kamera installiert. Und so führt unser Weg während der Brutzeit mehrmals in der Woche bis hinauf ins Geläut des Turmes, wo die neuesten Aufnahmen per USB- Kabel auf einen Laptop übertragen werden können.

 

Und durch die gute Zusammenarbeit von Kirche und Naturschutz steht also fest, das Experiment ist geglückt, der Lebensraum Kirchturm konnte erfolgreich und dauerhaft für die Turmfalken geöffnet werden.

 

 

Und hier gehts zum Falkenkasten

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