Feuchtes Paradies für Knabenkraut und Fieberklee

Breitbl. Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) am Lohweiher, Foto: Andreas Hofmann

Bei dem Biotop handelt es sich um ein ca. 8000 m² großes Ufergrundstück am sog. Lohweiher. Der ehemalige Besitzer beabsichtigte, das Grundstück zu verkaufen. Da bei einem Besitzerwechsel immer das Risiko groß ist, daß eine Pflege im Sinne des Naturschutzes nicht mehr gegeben ist, beschlossen die NaturFreunde das Gelände durch Ankauf dauerhaft für den Arten- und Biotopschutz zu sichern. Im Jahr 1997 hat die Ortsgruppe dann das Grundstück zum Zwecke des Naturschutzes erworben. Die jährlichen Pflegemaßnahmen führt seitdem die Ortsgruppe Kirchenlamitz unter der fachlichen Leitung der Fachgruppe Natur - und Umweltschutz in Absprache mit dem Landschaftspflegeverband des Naturparks Fichtelgebirge durch

Wespenspinne (Argiope bruennichi) am Lohweiher, Foto:Andreas Hofmann

Das Grundstück bildet das nordwestliche Ufer des Weihers. Die Verlandungszone geht hier in ein Kleinseggenried (Braunseggensumpf [Caricetum fuscae] ) über. Im Bewuchs herrscht hier neben den erwähnten Seggen auch noch das schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) vor. An seltenen und geschützten Arten kommen das breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis / Rote Liste 3,§) und im Bereich der sehr nassen Stellen auch Fieberklee (Menyanthes trifoliata / §), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos / Rote Liste 3) und Sumpfcalla (Calla palustris / Rote Liste 3,§) vor. Im vorderen Teil des Grundstücks findet man den großen Klappertopf (Rhinanthus serotinus agg. / Rote Liste 3) sowie einen sehr starken Bestand an Arnika (Arnica montana / Rote Liste 3,§). Teile des Kleinseggenriedes sind locker mit Schilf (Phragmites communis) überstellt, z.T. ist auch ein Verlandungsbereich mit Rohrkolben (Typha latifolia) vorhanden. Der Weiher und somit auch das Ufergelände ist Rastplatz z.T. seltener Wasservogelarten und Lebensraum verschiedener Libellen - und Amphibienarten, sowie Reptilien und verschiedener Spinnen. Besonders erwähnenswert sind hier unterschiedliche Kreuzspinnenarten und die Wespenspinne. Möglicherweise fliegt auf der Fläche auch der Abbiß-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) - RL Deutschland 2 - Eine direkte Beobachtung konnte leider noch nicht gemacht werden, doch durch die relativ starke Verbreitung der Futterpflanze Teufelsabbiß (Succisa pratensis) kann ein Vorkommen auf der Fläche nicht ausgeschlossen werden. Entsprechend werden dahingehend auch Pflege- und Fördermaßnahmen unternommen.

Unsere Pflegemaßnahmen

Biotopgrundstück am Lohweiher, Quelle: Google Earth

Wie schon erwähnt führen die NaturFreunde alle Maßnahmen in Eigenleistung durch. Die Planungen hierfür werden von der Fachgruppe Natur - und Umweltschutz erstellt und mit dem Naturpark Fichtelgebirge abgestimmt.

 

 1  Streifenmahd im jährlichen Turnus um immer einige Teufelsabbißpflanzen    über   den Winter stehen zu lassen. (Überwinterungsgespinste des Abbiß-Scheckenfalters)

 

  Offenhalten der Fläche gegen Strauch- und Baumwuchs

 

3   Erstellen von Kreuzotterunterständen und Vogelhecken

 

4   Entfernen des Faulbaumanfluges im Moospolsterbereichs des Ufers nach Bedarf

 

  Mahd der kleinteiligen Magerbrache mit Übergang in Verlandungszone

 

6   Pflege der angrenzenden Feldhecke. Unterstand für Vögel und Niederwild

 

 

 

 

Landschaft, Pflanzen und Tiere

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Pflegearbeiten

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