Dort wo die Treppe zum Himmel blüht

Blaue Himmelsleiter (Polemonium caeruleum), Foto: Andreas Hofmann

Das Biotop bei Neudorf, einem kleinen Ortsteil von Marktleuthen ist ein weiteres Juwel unter unseren "Pflegekindern". Die Fläche ist im Privatbesitz eines unserer Mitglieder und wird seit vielen Jahren fachlich von uns betreut. Der wohl auffälligste Bewohner ist die Himmels- oder auch Jakobsleiter (Polemonium caeruleum), eine kleine blaue, zur Familie der Sperrkrautgewächse gehörende Blume. Sie ist eine typische Pflanze für Biotope wie Flussläufe, Feuchtwiesen und Feuchtwälder. Wildwachsende Exemplare gelten in Deutschland als gefährdet (Rote Liste 3), in Bayern sogar als stark gefährdet (Rote Liste 2). Die Himmelsleiter gilt nach Bundesartenschutzverordnung als "besonders geschützt". 

 

 

 

 

 

 

Biotopfläche im Sommer, Foto: Andreas Hofmann

Ihren Namen hat die Blume von den Sprossen-ähnlichen, gefiederten Blättern, welche an eine Leiter erinnern. So existierte die Vorstellung, dass die Himmelsleiter den armen Seelen den Aufstieg ins Himmelreich ermöglicht.

Großer Bestand an Mädesüß (Filipendula ulmaria), Foto: Andreas Hofmann

Bei der Neudorfer Biotopfläche handelt es sich im wesentlichen um eine stark vernässte Hochstaudenflur aus Mädesüß, Baldrian, Gilbweiderich, gelber Schwertlilie und Sumpf-Schafgarbe. Im Unterwuchs findet man z.B. das hübsche Helmkraut.

 

Unter Hochstaudenfluren versteht man eine Gesellschaft mehrjähriger, hoch wachsender, krautiger Pflanzen. Der Untergrund ist meist nährstoffreich und nass. Oft findet man Hochstaudenfluren auf feuchten Flächen, die aus der Nutzung genommen wurden (Brachen).

Hochstaudenfluren sind wichtige vielgestaltige Biotope für viele Tiere und Pflanzen und deshalb nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat Richtlinie (FFH) auch besonders geschützte Lebensraumtypen.

 

Biotopfläche Neudorf, Quelle: Google Earth
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